Suki im Mondschein

Erzählungen aus dem Leben in der Dunkelheit der Zwänge

  • Zufällige Begegnungen, kleine Gesten, ein überraschendes Lächeln. All das bringt Licht und Freunde in den Alltag. Ich merke oft, wie sehr es mein Gemüt beeinflusst, wenn mir am Tag eine nette Person begegnet und ein schönes Gespräch entsteht oder wenn mir diese Person ein einfaches kleines aber ehrliches Lächeln schenkt. Es sind die Kleinigkeiten, die mich sofort besser fühlen lassen. Es kostet nichts und es gibt so viel! In diesen Momenten wächst etwas Positives und es scheint, als ob das Negative, die Zwänge, etwas verdrängt werden. Also komme ich zu dem Schluss, dass man sich ständig etwas Positives geben muss, damit man mit den Zwängen besser umgehen kann bzw. damit die Zwänge nicht mehr so gewichtig sind.

    Im Sommer lernte ich einen Menschen kennen. Wir haben uns täglich geschrieben und wir verliebten uns bereits in unsere Zeilen und in uns. Wir haben uns erst einige Wochen später persönlich gedatet. Der erste wahrhaftige Anblick fühlte sich bereits vertraut an, weil wir uns durch das Schreiben bereits kennen und lieben gelernt hatten. Bereits als wir anfingen zu schreiben, spürte ich, dass mich die Zwänge nicht mehr so sehr beherrschten. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt verliebt zu sein und freute mich den ganzen Tag über neue Nachrichten von ihm. Mein Leben wandelte sich und alles war spannend und aufregend. Ich wachte nicht mehr trüb auf und ich war wie ausgewechselt. Als wir uns dann sahen, war das Gefühl noch überwältigender und in meinem Spiegelbild sah ich sogar anders aus. Einfach glücklich! Seit der ersten Begegnung sind wir ein Paar. Die Zwänge haben jedoch wieder heimlich einen Weg in meinen Tag gefunden. Ich liebe meinen Schatz nicht weniger; also warum konnten sich die Zwänge wieder einschleichen? Ich denke, dass es daher kommt, dass das euphorische Gefühl nachlässt und zur Normalität wird. Die Glücksbarriere im mir wurde kleiner und die Zwänge konnten drüberhüpfen (um es einmal bildhaft zu beschreiben).

    Was sagt mir diese Geschichte also? Entweder wir verlieben uns täglich neu oder wir geben uns täglich kleine Freuden, die die Glücksbarriere etwas höher wachsen lassen. Wir alle haben Dinge, die wir lieben und die uns gut fühlen lassen. Und genau da müssen wir anknüpfen. Findet heraus, was Euch Freude macht und hört niemals auf, Euch damit zu beschäftigen. Ich werde es heute tun und ein bisschen in meine Musik abtauchen. Dann steht die Welt eine Zeit lang still und die Klänge schwingen in mir. Dann habe ich ein bisschen mehr Energie und kann mich morgen wieder der neuen Herausforderung stellen.

    In diesem Sinne, fühlt Euch ehrlich angelächelt :-)!

    Eure Suki

  • Meistens wache ich morgens auf und es fühlt sich grau und trüb an, sodass ich mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und weiterschlafen würde. Wenn ich schlafe ist alles gut. Vielleicht schlafe ich deswegen so gern. Wenn ich genug Kraft gesammelt habe, um den Tag zu beginnen, stehe ich auf und mache alles das, was man so macht. Ich versorge meine Katzen, ich mache mich fertig (wenn ich zur Arbeit muss, sonst verschiebt sich das oft gerne weiter nach hinten) und dann mache ich das, was getan werden muss.

    Während des Tages ist eigentlich alles mühsam, weil Zwangsgedanken mein stetiger Begleiter sind. Oft bin ich abends total groggy, obwohl ich nichts Besonderes gemacht habe. Ich habe nur den Alltag hinter mir gelassen. Was für den „normalen“ Menschen Routine ist, ist für mich ein großes Stück Arbeit. Das Denken und die darauffolgenden Zwangshandlungen erschweren mir die Routine und alles kostet nicht nur Zeit sondern auch unglaublich viel Energie. Ich weiß nicht, wie sich ein Alltag anfühlt, wenn man keine Zwänge hat. Ist er dann leicht? Ist es morgens nicht trüb? Hat man Zeit übrig und ist man abends sogar noch fit und hat Energie um zum Beispiel Sport zu machen? Ich weiß es nicht, denn ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, als ich noch keine Zwänge hatte.

    In meinen folgenden Blogs, werde ich Euch anhand von Situationen meinen Zwangsalltag etwas näher bringen und es versuchen zu erklären. Vielleicht erkennt sich der Eine oder Andere darin wieder. Nicht jeder Tag fühlt sich gleich an und es gibt Tage oder Perioden, wo es sich sogar fast „zwangsfrei“ anfühlt.

    Für heute wünsche ich Euch eine erholsame und energiebringende Nacht.

    Eure Suki